Wenn die Sonne ewig scheint

19. Juni 2022

Wer gerne Sterne anguckt, hat es gerade nicht leicht. Denn die Sonne geht wahnsinnig spät unter und dann dauert die Dämmerung auch noch ewig lang. Auch morgens ist die Sonne meist schon da, wenn man wach wird. Etwa 16 bis 17 Stunden steht sie derzeit am Himmel, wenn es wolkenlos ist!

Am Dienstag ist der längste Tag des Jahres. Dann ist es nicht nur besonders lang hell, sondern die Sonne steht auch an ihrem höchsten Punkt im Himmel. Diesen Tag bezeichnen Fachleute als Sommersonnenwende. Danach wird wieder alles weniger: Die Sonne steht mittags weniger hoch und sie scheint weniger lange. 

All das stimmt aber nur für die nördliche Hälfte der Erdkugel. Auf der Südhalbkugel, also zum Beispiel in Südamerika und Australien, ist alles andersrum. Dort ist am Dienstag der kürzeste Tag im Jahr. In den kommenden Monaten gleicht sich die Tageslänge auf den beiden Halbkugeln immer weiter an, bis am 23. September überall auf der Welt der Tag und die Nacht fast gleich lang sind.

In einigen Ländern ganz im Norden der Welt wird der längste Tag besonders gefeiert. Die Menschen in Schweden und Finnland etwa fahren dafür oft in ein Ferienhaus und essen dort gerne Kartoffeln und allerart Fisch. In den nördlichen Teilen dieser Länder geht die Sonne derzeit gar nicht mehr unter. In anderen Teilen ist die Sonne zwar weg, aber es ist noch dämmrig.

Und sogar in großen Teilen Deutschlands wird es gerade gar nicht mehr komplett dunkel! Das liegt daran, dass die Sonne nachts zwar nun unter dem Horizont liegt. Ihre Strahlen werden aber von der Lufthülle der Erde gebrochen, reflektiert und gestreut. Einige wenige Strahlen erreichen uns also trotzdem. 

Kurz nach Sonnenuntergang sind das noch relativ viele, dann werden es immer weniger. Am Ende sprechen Sternenforschende von einer astronomischen Dämmerung. Die endet derzeit im Großteil Deutschlands gar nicht! Die Abenddämmerung geht gleich in die Morgendämmerung über. Mit bloßem Auge kann man das nicht wirklich sehen. Aber Sternengucker und Sternenfotografen haben gerade schlechte Bedingungen.

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dpa.

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