Vorteil für bekannte Leute in der Politik

15. März 2021

Hier jubelt eine Partei über den Sieg, dort eine ganz andere. So verschieden sah es am Sonntag nach der Wahl in zwei Bundesländern aus. Dabei liegen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sogar direkt nebeneinander im Südwesten von Deutschland. Außerdem standen größtenteils dieselben Parteien auf den Wahlzetteln.

Für zwei Parteien sah das Ergebnis aber ungewöhnlich verschieden aus. In Baden-Württemberg holten die Grünen die meisten Stimmen, die SPD bekam sehr viel weniger. In Rheinland-Pfalz lief es umgekehrt: Die SPD siegte und sammelte viel mehr Stimmen als die Grünen.

Fachleute wie Isabelle Borucki erklären das auch mit dem Wort Amtsbonus. Es bedeutet: Wer schon ein Amt hat, hat oft einen Vorteil. «Der Amtsbonus war bei diesen Wahlen ganz wichtig», sagt Frau Borucki. Denn in einer Krise, wie etwa Corona, seien Menschen oft unsicher. «Dann geben sie eher dem die Stimme, den sie kennen.»

Das passt auf die Wahlen am Sonntag: Denn in Baden-Württemberg gewann Winfried Kretschmann von den Grünen. In Rheinland-Pfalz siegte Malu Dreyer von der SPD. Die Gewinner sind also die beiden, die bereits in den vergangenen Jahren die beiden Bundesländer regierten. Oft würden solche Regierungschefs auch Landesvater oder Landesmutter genannt, erklärt Frau Borucki. Sie würden als die wahrgenommen, die sich um alles kümmern, ähnlich wie Eltern.

Trotzdem gewinnt nicht immer ein Politiker oder eine Politikerin, nur weil derjenige schon Chef ist. Manchmal sind die Menschen auch unzufrieden mit einer Regierung. Sie wählen dann lieber eine neue.

Eine andere Möglichkeit ist: Niemand hat einen Amtsbonus. Das gilt dieses Jahr bei der Wahl zum Bundestag im September. Dann bestimmen die Erwachsenen in ganz Deutschland, welche Parteien und Personen in Zukunft das Land regieren sollen.

Noch macht das die Kanzlerin Angela Merkel. Aber sie tritt nicht noch mal zur Wahl an. Ihre Partei CDU muss also versuchen, ohne Amtsbonus wieder die Wahl zu gewinnen. «Das wird ein extrem harter Wahlkampf für sie», meint die Expertin. Die Parteien müssten viel stärker mit ihren Ideen für sich werben als mit einer bestimmten Person.

dpa.

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