Seelsorger helfen in schlimmen Situationen

23. Mai 2019

Ein Schüler knickt im Sportunterricht um und verstaucht sich den Fuß. Solche Unfälle passieren immer mal oder Sanitäter kümmern sich dann um den Verletzten.

Sehr selten geschieht aber auch Schlimmeres. Zum Beispiel, dass ein Kind vor der Schule von einem Auto angefahren wird. Dann kommt zwar schnell der Rettungswagen. Oft wird aber noch ein Seelsorger oder eine Seelsorgerin dazu gebeten. Sie kümmern sich dann zum Beispiel um diejenigen, die den schlimmen Unfall miterlebt haben.

Harald Karutz ist Experte für solche Notfälle. Er und andere Fachleute beraten gerade bei einem Treffen über die richtige Hilfe in solchen Fällen. Er erklärt: «In so einem Moment haben alle Angst, manchmal bricht auch Panik aus.» Lehrerinnen und Lehrer wüssten oft nicht, wie sie den Mitschülern des verunglückten Kindes helfen können. «In solchen Fällen ist es hilfreich, wenn Hilfe von außen kommt.»

Ein Seelsorger versammelt dann meistens erst einmal alle Kinder aus der Klasse. Er erklärt ihnen zum Beispiel: Euer Mitschüler liegt im Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr. «Wichtig ist, dass alle Bescheid wissen und die gleichen Informationen haben, damit keine Gerüchte entstehen», sagt Herr Karutz.

Dann kann die Klasse zusammen mit dem Seelsorger überlegen, was sie tun kann. «Wenn der Mitschüler länger im Krankenhaus bleiben muss, könnte die Klasse auch gemeinsam einen Brief schreiben.»

Leider kann es passieren, dass ein Schüler nach so einem schweren Unfall stirbt. «Die Klasse sollte dann zusammen überlegen: Was machen wir mit dem Platz, auf dem er gesessen hat?» Eine Möglichkeit wäre, ein Foto aufzustellen. «Oder die Schüler stellen die Tische um, damit sie nicht jeden Tag den leeren Platz sehen müssen.»

Der Seelsorger bleibt so lange, wie die Schüler Hilfe benötigen. Herr Karutz sagt: «Man muss natürlich nicht mit dem Seelsorger reden. Man kann sich auch jemand anderen suchen, zu dem man Vertrauen hat, etwa die Mutter, den Vater oder einen guten Freund.» Das wichtigste sei, dass man nach einem Unglück nicht alleine ist.

dpa.

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