Schnee, hart wie Eis

06. Januar 2023

Von glitzernden Schneeflocken fehlt in vielen Skigebieten derzeit jede Spur. Denn es ist für diese Winterzeit ungewöhnlich warm. In den Bergen sieht es eher wiesengrün als schneeweiß aus. Vielerorts können die Menschen nur dort Ski fahren, wo die Betreiber der Skigebiete Kunstschnee erzeugt haben. Oft schlängeln sich die Pisten wie dünne weiße Striche durch die Landschaft.

„Das ist natürlich sehr gefährlich, vor allem wenn abseits der Piste wenig oder gar kein Schnee liegt“, sagt Wolfgang Pohl. Er ist Präsident des Deutschen Skilehrerverbands. Denn kommen Skifahrerinnen und Skifahrer dann von der Piste ab, knallen sie womöglich gegen Felsen oder Bäume, statt im weichen Tiefschnee zu landen.

Eine weitere Gefahr: „Kunstschnee ist kompakter und härter als Naturschnee“, sagt der Experte. Vom Himmel nämlich fallen feine Schneekristalle. Aus den Beschneiungsanlagen aber kommt Wasser, das zu kleinen Eiskugeln gefriert. Deswegen stürze man auf Kunstschnee härter, sagt Wolfgang Pohl. „Fast wie auf der Eisfläche in einem Eisstadion.“ Dadurch steige die Gefahr, sich zu verletzen.

Das Wichtigste in einem Winter mit wenig Schnee sei deswegen: „Unbedingt das Tempo reduzieren und Sicherheitsabstände zu anderen Skifahrerinnen und Skifahrern sowie zum Pistenrand einhalten!“ Gerade auf den nun oft schmalen Pisten wird es häufig voll. Wer nicht aufpasst, kann schnell mit jemand anderem zusammenstoßen.

Der Experte empfiehlt zudem allen Fahranfängern einen Besuch in der Skischule. Dort lerne man nicht nur eine sichere Fahrtechnik. In einem Skikurs gehe es auch darum, Gefahrenstellen besser zu erkennen. Außerdem wird dort die Ausrüstung mit Skiern und Skischuhen richtig eingestellt. „Mit der richtigen Skitechnik und gutem Material macht das Skifahren mehr Spaß und ist bedeutend sicherer“, sagt Wolfgang Pohl.

Ein weiterer Tipp: „Für Anfänger am besten geeignet sind spezielle Anfängerareale, die vom normalen Pistenbetrieb abgegrenzt sind.“ Mit etwas Übung könne man danach auch auf den Pisten die Berge hinuntersausen.

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dpa.

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