Musik für die Hosentasche

12. Juli 2020

Immer und immer wieder das gleiche Lied hören. Vielleicht hast du das auch schon mit deinen Lieblingsliedern gemacht. Karlheinz Brandenburg hörte vor etwas mehr als 25 Jahren das bekannte Lied «Tom's Diner» immer und immer wieder.

«Ich habe diesen Song sicher tausend, wenn nicht Tausende Male gehört», erinnert sich der Forscher heute. «Aber weil ich die Musik mag, hing sie mir nie zum Hals heraus.» Karlheinz Brandenburg hörte das Lied aber nicht zum Spaß in seiner Freizeit. Er und seine Kollegen wollten damit eine neue Technik entwickeln.

Bekannt ist diese Technik auch heute noch unter der Abkürzung mp3. Am Dienstag vor 25 Jahren wurde der Name festgelegt. Das Format war damals eine Riesensache. Es half dabei, viele Lieder gleichzeitig zu speichern und über das Internet zu versenden. Denn zu dieser Zeit gab es noch keine Smartphones. Auch Youtube oder Spotify waren noch in weiter Ferne.

Die Lieder passten also plötzlich auf kleinen Geräten in die Hosentasche. Bis dahin hörten die Leute ihre Musik eher auf dem Sofa mit CDs oder unterwegs im Radio. Beim Joggen schnell aus all seinen Lieblingsliedern auszuwählen, war nicht so einfach wie heute.

Karlheinz Brandenburg und seine Kollegen arbeiteten viele Jahre daran, das zu ändern. Die Frage war: «Wie kann ich Musik so klein machen, dass ich sie zum Beispiel über eine Telefon-Leitung übertragen kann?», erklärt der Fachmann. «Und Telefon-Leitungen waren damals noch viel langsamer.»

Mit dem mp3-Format gelang es schließlich. Der Trick dahinter: Es werden Töne und Geräusche weggelassen, die der Mensch kaum oder gar nicht hört. Die Musik-Datei wird dadurch deutlich kleiner. Das ist erst mal total praktisch. Manche Leute halten jedoch nicht so viel von den kleinen mp3-Dateien. Sie finden, die Musik klinge nicht mehr so gut wie vorher.

Karlheinz Brandenburg sieht das etwas anders. «Es gibt zwar kleine Ungenauigkeiten», erklärt er. «Aber am Ende bleibt nur das übrig, was das Gehirn wahrnehmen kann.» Da helfe auch genaues Hinhören nicht. Der Fachmann sagt aber: Oft komme es beim Hören auch darauf an, was wir von der Musik erwarten.

Von David Kluthe, dpa

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