Kirchen-Leute reden über Verbrechen an Kindern

22. Februar 2019

Mit einer Kindergruppe ins Ferienlager fahren. Oder mit den Messdienern einen Ausflug machen. Kirchen veranstalten viele Dinge, die Kindern Spaß machen. Doch es gibt auch Fälle, in denen Kinder von Kirchen-Leuten nicht gut behandelt wurden. Vor einigen Jahren schon kam heraus: Zum Beispiel in Schulen und Internaten, die zur katholischen Kirche gehören, wurden Kinder missbraucht.

Missbraucht heißt zum Beispiel: Die Kinder wurden von Erwachsenen am Penis oder der Scheide eklig angefasst. Oder sie wurden umarmt, obwohl ihnen die Umarmung keinen Spaß machte. Viele Leute waren damals sehr erschrocken, als sie von diesen Verbrechen hörten. Und auch in der Kirche fragten sich die Leute: Wie konnte das passieren? Und wie können wir verhindern, dass so etwas noch mal vorkommt?

Um genau diese Frage geht es gerade bei einem großen Treffen im Vatikan, im Süden Europas. Der Chef der katholischen Kirche hat die wichtigsten Kirchen-Leute dazu eingeladen. Der Chef ist Papst Franziskus. So ein Treffen hat es bisher noch nicht gegeben. «Das Volk Gottes schaut auf uns», sagte der Papst zu Beginn deshalb.

Was will die Kirche nun gegen Missbrauch unternehmen? Der Papst legte eine Liste mit Ideen vor. Dort steht zum Beispiel drauf, was genau gemacht werden muss, wenn ein Verdacht aufkommt.

Missbrauch passiert nicht nur in der Kirche. Auch in Familien, Vereinen oder der Schule kann so etwas passieren, weiß Fachfrau Lena Gonzalez Batista. Sie kann auch erklären, warum es so lange gedauert hat, bis der Missbrauch in der Kirche bekannt wurde. Einer der Gründe: Oft fällt es den Kindern schwer, darüber zu reden, was ihnen passiert ist.

«Der Täter oder die Täterin gibt den Kindern das Gefühl, selbst mitgemacht zu haben», sagt sie. «Und wer sich schuldig fühlt, hält meist den Mund.» Die Fachfrau rät, sich an einen Erwachsenen zu wenden, dem man vertraut. «Das ist kein Petzen, das ist Hilfe holen - und Hilfe holen ist cool.»

dpa.

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