Kanzler unternimmt schwierige Reise nach China

04. November 2022

Der deutsche Kanzler reist häufig in andere Länder. Selten aber gab es darüber so viel Streit wie dieses Mal. Einige Menschen hatten sogar die Absage der Reise verlangt. Das Ziel von Olaf Scholz: Peking, die Hauptstadt von China. Dort traf er sich am Freitag mit dem mächtigen Staatschef Xi Jinping.

Warum flog der Kanzler nach China?

China ist eines der mächtigsten Länder der Welt mit Einfluss auf andere Staaten. Deutschland und China sind zudem eng verbunden: Beide Länder handeln jedes Jahr Waren und Rohstoffe im Wert von Hunderten Milliarden Euro. Wir kaufen zum Beispiel Kleidung, Spielzeug und Rohstoffe für Batterien. Wiederum wollen deutsche Unternehmen wie etwa Autofirmen ihre Produkte dort verkaufen oder sogar herstellen. Immerhin leben in China weit mehr als eine Milliarde Menschen. Es sind deshalb auch mehrere Chefs von deutschen Unternehmen zusammen mit dem Kanzler nach China geflogen.

Warum wollten manche, dass der Kanzler die Reise absagt?

Das liegt vor allem daran, dass China ganz anders regiert wird als Deutschland. In China hat seit Jahrzehnten nur eine Partei das Sagen: die KP. Chef dieser Partei und zugleich Chef des Staates ist Xi Jinping. Unter ihm ist es immer schwieriger geworden, seine Meinung frei zu sagen. Es gibt auch etwa Berichte über riesige Gefangenenlager in China. Die Gegner der Reise sagten zum Beispiel: Es sieht damit so aus, als unterstütze Deutschland, wie Xi Jinping regiert. 

Was haben die beiden Regierungschefs besprochen?

Der Kanzler wollte auch über die unterschiedlichen Einstellungen reden. Er sagte: „Das ist das Ziel eines guten Austauschs.“ Dagegen meinte Xi Jinping, man sollte die unterschiedlichen Meinungen lieber beiseite lassen. Die gibt es zum Beispiel bei den Menschenrechten. Olaf Scholz meinte auch, dass im Handel nicht alles richtig fair läuft. Die beiden Politiker sprachen außerdem über den Krieg in der Ukraine. Olaf Scholz bat China, Einfluss auf Russland zu nehmen, damit der Krieg endet.

© dpa-infocom, dpa:221104-99-386722/2

dpa.

© VRM GmbH & Co. KG 2022
Alle Rechte vorbehalten | Vervielfältigung nur mit Genehmigung der VRM GmbH & Co. KG