Handel mit dem schwarzen Gold

27. April 2020

Plötzlich stürzte der Preis ab. Erdöl wurde immer billiger. Dabei ist das normalerweise ein wichtiger Rohstoff. Doch bei einem Anbieter kostete das Öl sozusagen auf einmal nichts mehr. So etwas hatten die Öl-Firmen noch nicht erlebt.

Beim Ölpreis geht es immer mal hin und her. Ein Fass von der schwarzen, zähflüssigen Suppe konnte schon an die 150 Euro kosten. Denn der Rohstoff ist begehrt - und unser Leben ohne Erdöl kaum vorstellbar. Deshalb wird Erdöl auch als schwarzes Gold bezeichnet.

Erdöl liefert viel Energie. Es wird tief aus der Erde geholt und mit kilometerlangen Rohrleitungen und auch Schiffen überall hin befördert. Man gewinnt daraus Treibstoff für Fahrzeuge und Flugzeuge. Man heizt damit Gebäude und produziert elektrischen Strom. Auch Kunststoffe werden aus dem Rohstoff gemacht. Verpackungen, Kleidung, Medikamente, Spielzeug - alles wird zum Teil aus Öl hergestellt.

Dennoch sank vor einigen Tagen der Ölpreis im Land USA extrem. Das liegt am neuartigen Coronavirus, das das Leben in vielen Teilen der Welt sehr verändert.

Ein Experte erklärt, was geschehen ist: «Eigentlich ist nicht der Preis für Erdöl insgesamt gesunken. Das betraf den Preis für eine Öl-Lieferung in den USA im Monat Mai.» Die Lieferung wurde billiger, weil zurzeit weniger Öl gebraucht wird. In den Fabriken stehen die Motoren still, Flugzeuge bleiben am Boden, und die Leute fahren weniger Auto.

Das Öl wurde sozusagen überflüssig. Deshalb muss es nun gelagert werden. Dafür braucht man Platz und Arbeitskräfte. «Der ganze Aufwand würde viel Geld kosten», sagt der Experte. «Darum wollte niemand die Lieferung Erdöl abnehmen. So sank ihr Preis.» Für die nächste Öl-Lieferung im Juni gelte das aber schon nicht mehr. Daher wird der Preis für den kostbaren Rohstoff wohl wieder steigen.

dpa.

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