Geflüchtete Kinder hoffen auf ein normales Leben

16. September 2020

Auf der Insel Lesbos in Griechenland stehen an manchen Straßenrändern Zelte. Viele Erwachsene und Kinder schlafen darin auf dem harten Boden. Es gibt kaum Bücher oder Spielzeug. Manchmal muss ein Einkaufswagen zum Spielen reichen. Tausende geflüchtete Menschen warten hier auf Hilfe. Bis vor Kurzem lebten sie auf der Insel im Flüchtlingslager Moria. Doch das ist vor einer Woche abgebrannt.

Viele der Menschen kommen aus Afghanistan. In dem Land gibt es Gewalt und Armut. Deswegen wollen die Menschen nach Europa. Häufig erreichen sie zuerst die griechischen Inseln im Süden Europas. Viele wollen von dort aus weiterreisen. Doch zuerst wird etwa geprüft, ob die Menschen in Europa bleiben dürfen. Während der Zeit leben die Menschen häufig in Lagern wie Moria. Doch diese sind meist überfüllt und dreckig.

Fast 13 000 Menschen lebten zuletzt im Lager Moria. Unter ihnen sind über 3000 Kinder, sagt Rudi Tarneden von der Hilfsorganisation UNICEF. Diese Kinder leben mit ihren Familien. Über 400 Kinder und Jugendliche ohne Familie wurden nach dem Feuer von der Insel zum Festland gebracht. Die meisten anderen Kinder haben Tage nach dem Brand noch kein Dach über dem Kopf. Essen und Trinken bekommen die Menschen von Hilfsorganisationen, aber auch von der griechischen Regierung. Aber viele sagen, dass das nicht genug ist.

Außerdem erzählt Rudi Tarneden, dass viele Kinder seit Monaten nicht in die Schule gegangen sind. Es gab zwar Menschen, die außerhalb des Lagers mit den Kindern gelernt haben. Doch dann gab es im Lager Corona-Infektionen. Die Geflüchteten durften deshalb nicht raus. Also konnten die Kinder keine Bücher ausleihen, gemeinsam lernen oder einfach mal draußen laufen. «Das war die totale Langeweile, weil einfach gar nichts passierte», sagt Rudi Tarneden.

Jetzt sind sie zwar nicht mehr in einem Lager, aber besser geht es ihnen nicht. «Die Kinder wünschen sich Sicherheit und ein Stück Normalität», sagt Rudi Tarneden. Einige Länder haben angekündigt, Menschen bei sich aufzunehmen. Auch Deutschland will mitmachen.

dpa.

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