Entsetzen über Angriff vor Gotteshaus

05. Oktober 2020

Gerade noch wirkt die kleine Straße in der Stadt Hamburg friedlich und ruhig. Wer genau hinsieht, entdeckt aber einen Container mit der Aufschrift «Polizei». Außerdem ist ein Stück der Straße extra abgesperrt, damit kein Auto hindurchfahren kann. So soll die Synagoge dort besonders geschützt werden. Synagogen sind die Gotteshäuser der Juden.

Trotzdem geschah am Sonntagnachmittag dort etwas Schlimmes: Ein Mann, der sich angezogen hatte wie ein Soldat, griff einen Studenten an, als der in die Synagoge gehen wollte. Er wurde schwer verletzt.

Weil der Angriff genau dort geschah und zudem an einem jüdischen Feiertag, vermuten nun viele: Der Täter handelte aus Hass gegen Juden. Ein anderes Wort dafür ist Antisemitismus. Es bedeutet, Menschen zu verachten, nur weil sie der jüdischen Religion oder dem jüdischen Volk angehören. Antisemiten behaupten zudem oft schlechte Dinge über Juden.

In Deutschland führte diese Feindschaft gegen Juden zu einem schrecklichen Verbrechen als die Nationalsozialisten an der Macht waren. Sie ermordeten vor etwa 80 Jahren Millionen Juden in ganz Europa. Das Zeichen der Nationalsozialisten war ein Hakenkreuz. Einen Zettel damit soll der Angreifer getragen haben.

Mehrere Mitglieder der Regierung äußerten sich entsetzt über die Gewalt. Eine Ministerin etwa sagte: «Der Hass gegen Jüdinnen und Juden ist eine Schande für unser Land.» Der Staat müsse alles tun, um jüdisches Leben zu schützen. Ein anderen Minister sagte: «Das ist kein Einzelfall, das ist widerlicher Antisemitismus und dem müssen wir uns alle entgegenstellen.»

Sie alle wünschten dem Studenten, dass er schnell wieder gesund wird. Vor der Synagoge hatten ihm mehrere Menschen geholfen, dann wurde er ins Krankenhaus gebracht.

Der Angreifer wurde kurz nach der Tat von der Polizei festgenommen. Die will nun herausbekommen, warum genau er das getan hat.

dpa.

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