Eine Mischung aus Irrglaube und Hass

07. Januar 2022

In Mannheim, in Rostock, in Hannover und vielen anderen Städten: Momentan finden zahlreiche Demonstrationen von Leuten statt, die gegen die verschiedenen Corona-Regeln sind. Viele von diesen Menschen sind gegen die Impfung. Manche glaube auch falsche Dinge, etwa dass hinter dem Coronavirus ein böser Plan steckt.

Diese Menschen nehmen bei ihren Demos oft keine Plakate und Flaggen mit. Sie sagen, sie machten nur Spaziergänge. «So sieht das für viele vergleichsweise harmlos aus», sagt die Forscherin Pia Lamberty. Sie hat sich viel mit den Demos beschäftigt und meint: Die sind aber nicht harmlos.

Von Anfang an hätten Rechtsextreme eine große Rolle dabei gespielt. Das sind Leute, die gegen die wichtigsten Gesetze in unserem Land sind. Sie wollen einen Umsturz und ganz neue Regeln. Dabei wollen sie einige Leute ausgrenzen, Ausländer zum Beispiel.

Die Rechtsextremen nutzten die Demos, um ihr Denken zu verbreiten, sagt Pia Lamberty. Sie behaupten dann zum Beispiel: Die Regierung will uns mit der Impfung alle vergiften, also sind die Politikerinnen und Politiker böse. Die Rechtsextremen erschaffen also Feindbilder und bringen viele Leute gegen die Regierung auf.

«Viele Leute glauben da wirklich dran», sagt Pia Lamberty. Sie meinen, alles rund um Corona sei eine große Verschwörung. Sie richten ihre Wut auch oft gegen die Wissenschaft und die Presse. «Es gibt ganz viele Angriffe auf Journalisten», weiß die Expertin.

Was kann man gegen solche Menschen tun? Zum einen kann die Polizei stärker reagieren, sagt die Expertin. Denn so große Demos ohne Abstand und Maske seien momentan oft gar nicht erlaubt. «Greift die Polizei ein, macht das was mit den Leuten auf den Demos», sagt sie. Denn Unentschlossene und Mitläufer merkten dann oft, dass sie etwas falsch machen.

«Es geht aber auch darum, die Gesellschaft zu stärken, sodass sie in der Lage ist, besser zu widersprechen», sagt Pia Lamberty. Denn die allermeisten Menschen sind für die Impfung und gegen solche Demos. Die Expertin findet es wichtig, dass es einfacher wird, Gegen-Protest zu organisieren.

dpa.

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