Ein Schweif am Nachthimmel

15. Januar 2023

In nächster Zeit könnte sich frühes Aufstehen lohnen. Denn am Morgenhimmel erscheint ein Komet, also ein Himmelskörper mit Schweif. Allerdings kann man ihn wohl nur entdecken, wenn man in einer Gegend mit wenig Lichtquellen wie etwa Häusern und Straßenlaternen wohnt. Und man muss ganz genau hinschauen!

Kometen sind nur selten mit bloßem Augen erkennbar. Alle paar Jahre taucht mal einer auf, der so richtig hell leuchtet. So war es etwa mit dem Kometen Hale-Bopp im Jahr 1997. Andere wie der jetzige sind nur so hell wie ein lichtschwacher Stern. Noch häufiger, etwa einmal im Monat, erscheint einer, der nur mit Amateur-Teleskopen gesehen werden kann.

Wie hell ein Komet erscheint, hängt mit seinem Schweif zusammen. Denn eigentlich sehen wir nicht den Kometen selbst, sondern was sich aus ihm herauslöst. Kometen sind mit ihren wenigen Kilometern Durchmesser normalerweise viel zu klein und auch viel zu dunkel, um sichtbar zu sein.

Kometen bestehen aus Staub, Fels und verschiedenen gefrorenen Gasen. Zumindest ist das so, solange sie sich in der Kälte am Rand unseres Sonnensystems aufhalten. Kommen sie aber in die Nähe der Sonne, erwärmen sie sich. Dann fliegen Gase und Staubteilchen davon. Es entstehen Schweife, die Millionen Kilometer lang sind.

Genau das passiert gerade bei dem aktuellen Kometen. Am Samstag hatte er den Punkt erreicht, an dem er der Sonne am nächsten war. Nun fliegt er wieder weg. Am 1. Februar wird er der Erde am nächsten sein. Aber keine Angst, auch dann trennen uns noch Millionen von Kilometern. Übrigens heißt der Komet C/2022 E3 (ZTF).

Wer nun wirklich auf die Suche nach C/2022 E3 gehen will: Günstig ist eine Nacht ohne Mondlicht, also um den 21. Januar und 20. Februar. Außerdem meinen Fachleute: Es wäre gut, sich jemanden mit einem einfachen Teleskop zu suchen, dann wird das Finden leichter. Alle anderen können ihn im Internet anschauen, etwa beim Virtual Telescope Project: http://dpaq.de/AaNLK

© dpa-infocom, dpa:230115-99-227739/2

dpa.

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