Ein Konzert als Experiment

21. August 2020

Mehrere Tausend Menschen auf einem Konzert: Das war in den letzten Monaten wegen des Coronavirus nicht möglich. An diesem Samstag wird es aber genau so ein Konzert geben. Der Sänger Tim Bendzko tritt auf einer großen Bühne in der Stadt Leipzig im Bundesland Sachsen auf. Das ganze ist eine Art Corona-Versuch, zu dem Forscher eingeladen haben.

Warum machen die Forscher so ein Experiment?

Sie wollen berechnen, wo sich die Leute bei Konzerten am ehesten mit dem Virus anstecken könnten. Auf der Toilette? Vorne an der Bühne? Oder vielleicht am Eingang? Dafür schauen sie, wo sich die Leute häufig begegnen. Außerdem prüfen sie, welche Oberflächen die Gäste am meisten anfassen. «Das brauchen wir, um solche Veranstaltungen besser und sicherer zu machen», erklärt der Leiter der Aktion.

Was passiert am Samstag genau?

Es geht schon richtig früh los! Um acht Uhr morgens können die Leute rein. Es dürfen aber nur Zuschauer aufs Konzert, die gesund sind. Deshalb mussten sie sich vorher testen lassen. In der Halle haben später alle ein kleines Gerät um den Hals. Das misst die Abstände zu den anderen Menschen, wenn sie zur Musik tanzen.

Ist das Experiment nicht gefährlich?

Die Forscher schätzen das Risiko sehr gering ein. Tim Bendzko sagte im Fernsehen: «Wir versuchen, dass alle so sicher wie möglich sind.» Alle Gäste bekommen zum Beispiel eine spezielle Maske. Für die Hände gibt's für jeden eine Flasche Desinfektionsmittel.

Können also bald wieder viele große Konzerte stattfinden?

Ein Fachmann aus Leipzig ist da nicht so hoffnungsvoll. Er erklärt: Wir wissen noch nicht, wie weit kleine Tröpfchen aus dem Mund fliegen, wenn jemand singt. Wir wissen auch nicht, wie sehr man sich über solche Tröpfchen mit dem Coronavirus anstecken kann. Der Fachmann sagt, dass wir weiterhin sehr vorsichtig sein müssen.

dpa.

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