Die Probleme mit dem Fleisch

18. Juni 2020

Dieser Schlachthof ist erst mal geschlossen. In einer großen Fabrik im Bundesland Nordrhein-Westfalen haben sich Hunderte Arbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. Tiere werden in Schlachthöfen getötet und dann zu Wurst oder anderen Fleisch-Produkten verarbeitet. Hier erfährst du mehr über die Arbeit in einem Schlachthof.

DIE ARBEITER: «Die Arbeit im Schlachthof ist hart und schlecht bezahlt», sagt der Experte Achim Spiller. «In Deutschland gibt es kaum jemanden, der diese Arbeit machen will.» Die Arbeiterinnen und Arbeiter kommen daher meist aus ärmeren Ländern wie Rumänien und Bulgarien. Um Geld zu sparen, wohnen sie hier oft in Massenunterkünften. Dort leben viele Menschen zusammen und es ist schwer, Abstand zu halten. Deswegen kann man sich leicht gegenseitig mit dem Coronavirus anstecken.

Vertreter von Fleisch-Firmen sagen aber, dass die Ansteckung auch wegen der Kälte in der Fabrik passiert sein kann. Dort muss es aber kalt sein, sagen sie. Außerdem gebe es diese Probleme nicht bei allen Firmen.

DIE TIERE: Für das Wohl der Tiere sei die Haltung das Wichtigste, sagt der Experte. Damit ist also die Zeit vor der Fahrt zum Schlachthof gemeint. Aber der Transport darf auch nicht zu lange dauern, sagt Achim Spiller. «Wenn die Tiere am Schlachthof ankommen, müssen sie beruhigt werden.» Der Transport und die neue Umgebung bedeuten meistens Stress für sie. Dann sei es wichtig, dass sie vernünftig und ausreichend fest genug betäubt werden.

DER PREIS: Fleisch im Supermarkt ist oft sehr billig. Kritiker sagen, bei solchen Preisen können Menschen nicht fair bezahlt und die Tiere nicht fair gehalten werden. Erst seit Kurzem wird auf der Packung genauer über die Haltung der Tiere informiert. Wie die Arbeiter im Schlachthof behandelt wurden, erkennt man daran aber nicht. «Für Menschen, Tiere und die Umwelt sollten wir weniger, aber besseres Fleisch essen», rät Achim Spiller.

dpa.

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