Belohnen oder strafen

05. Juli 2021

Die einen haben Angst vor Nebenwirkungen. Andere haben schon etwas vor. Sie erscheinen dann nicht zu ihrer Impfung gegen das Coronavirus. Manchmal wird der Termin nicht einmal abgesagt. Das sorgt in Impfzentren und Arztpraxen für Ärger. In einigen Fällen müssen die wertvollen Impfstoffe deshalb sogar weggeworfen werden.

Fachleute sprechen gerade darüber, wie man die Schlendriane von dem wichtigen Piks in den Arm überzeugen kann. Man könnte die Leute etwa mit Gutscheinen für eine Impfung belohnen. Oder noch mehr Regeln für Geimpfte lockern. Andere sagen, dass Impfschwänzer ein Bußgeld zahlen sollten. Was würde am ehesten etwas bringen?

«Es gibt mehrere Möglichkeiten, um erwünschtes Verhalten zu beeinflussen», sagt die Psychologin Natalie Christner. «Man kann jemanden belohnen, mit Lob oder einem Geschenk zum Beispiel. Oder aber man bestraft jemanden für nicht gewünschtes Verhalten.» Das passiert auch in der Schule. Mal gibt es gute Noten und Lob. Mal gibt es schlechte Noten und extra Hausaufgaben.

Natalie Christner hat Leute für eine Studie befragt, aus welchen Gründen sie Corona-Regeln einhalten. Es kam dabei heraus: Menschen hielten umso eher Abstand, je mehr Mitgefühl sie für gefährdete Personen wie etwa Kranke oder Alte haben. Vor allem wenn dies Freunde und Verwandte betraf, also Menschen, die ihnen sehr nahe stehen. Die Sorge vor einer Strafe war eher kein Grund, Abstand zu halten.

Psychologen wie Frau Christner sagen: Wir tun eher etwas, weil wir es für richtig, wichtig oder interessant halten. Will man das Verhalten anderer Menschen beeinflussen, sollte man sie also davon überzeugen, dass die Sache für sie von Bedeutung ist. Strafen bringt nicht so viel. «Den Impfmuffeln sollte man also besser erklären, wie wichtig die Impfung für sie selbst und die Gesellschaft ist», sagt sie.

dpa.

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