Auf das Zuhören kommt es an

07. September 2022

Politikerinnen und Politiker stellen sich ans Pult und schimpfen viel. Gegenseitig werfen sie sich vor, keine gute Arbeit zu machen. Das konnte man am Mittwoch erleben: Die Abgeordneten im Deutschen Bundestag stritten in der sogenannten Generaldebatte über die Politik der Regierung.

In so einer Debatte geht es gerne mal etwas lauter zu. „Das liegt daran, weil dabei besonders viele Leute zuhören und die Politiker die Bühne nutzen“, erklärt Ansgar Kemmann. Er ist ein Fachmann im Debattieren. Er findet aber auch: Mit Streiten kann man gemeinsam Lösungen für Probleme finden.

Nach dem Streit verhandeln

In einer Debatte gehe es deshalb auch weniger um den großen Auftritt. „Wichtiger ist, etwas beizutragen, das auch weiterführt.“ Das gilt nicht nur im Bundestag, sondern zum Beispiel auch im Unterricht: Wer etwas Unpassendes sagt oder das wiederholt, was schon jemand anders gesagt hat, bringt das Gespräch nicht gerade voran. „Darum muss man beim Streiten vor allem genau zuhören können“, sagt der Experte.

Zu Beginn sollte darum jeder eine klare Aussage machen. Man hört sich auch die Wünsche und Gedanken der anderen an und hält unterschiedliche Meinungen aus. Danach kann man verhandeln und herausfinden, wie sich am besten alle Beteiligten auf ein Ziel einigen.

„Beim Streiten und Verhandeln muss sich jeder an gewisse Regeln halten“, sagt Ansgar Kemmann. So sollte man etwa nur eine begrenzte Zeit sprechen, damit sich auch die anderen äußern können. Andere Regeln sind: sich nicht ins Wort fallen, sachlich bleiben und keine persönlichen Angriffe. Das passt in der Politik genauso wie in der Schule.

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dpa.

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