Achtarmiger Alleskönner

06. Oktober 2022

Weicher Körper, zwei große Augen und viele lange Arme: So erkennt man einen Oktopus. Dieser achtarmige Tintenfisch gehört zu den Kraken. „Der Oktopus ist ein fantastisches und neugieriges Tier“, sagt der Meeresbiologe Daniel Abed-Navandi. „Und er macht viel mehr mit seinen Armen als wir.“ Was die Kraken mit ihren langen Armen alles anstellen, hat uns der Experte zum Welt-Oktopus-Tag am 8. Oktober erklärt.

Bewegen: Der Oktopus kann sich mit seinen kräftigeren Armen über dem Meeresboden bewegen. Wenn es mal schnell gehen muss, wendet der Oktopus einen Trick an: Er presst ruckartig Wasser aus seinem Körper. „Dann schießt der Oktopus weg, wie bei einer Rakete“, erklärt der Experte. „Oder wie bei einem Luftballon, den man loslässt.“ Manchmal hinterlässt der Krake auch eine schwarze Wolke aus Tinte. Mit dieser Wolke kann er seine Feinde verwirren und besser fliehen.

Schmecken: Im Gegensatz zu uns Menschen kann der Oktopus mit seinen Armen auch schmecken. „Einen Oktopus-Arm kann man sich wie eine muskulöse Zunge vorstellen“, erklärt der Experte. Bei der Nahrungssuche schleckt der Tintenfisch mit den Armen am Boden und in Löchern auf dem Meeresgrund herum. So sucht er nach dem Geschmack von Schnecken, Muscheln oder Krebsen. Die gehören zu seinem Lieblingsessen.

Greifen: Mit seinen starken Armen kann der Oktopus ganz fest zupacken. An jedem Arm hat der Krake viele Saugnäpfe, mit denen er seine Beute schnappen kann. „Wenn irgendwas nach Krebs oder nach Schnecke schmeckt, hält das der Oktopus sofort mit dem Saugnapf fest und zieht es zum Mund“, erklärt der Meeresbiologe. Der Oktopus kann auch ganz feine Beute aufheben, etwa kleine Muscheln. „Wie mit einer Pinzette“, sagt der Experte.

Verstecken: Der Oktopus ist ein geschickter Jäger. Er hat aber auch Feinde im Meer, etwa Meeraale und Muränen. Das sind Raubfische, die so ähnlich wie Schlangen aussehen. Zum Schutz baut der Oktopus ein Loch, in das er sich verkriechen kann. „Mit seinen Armen hält er dann Steine und Schalen fest, um die Öffnung zu blockieren“, erklärt der Experte. „Das ist wie in einer Ritterburg, die man mit einer Zugbrücke schließt.“

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dpa.

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