Müffelige Arbeit: Wie man einen Wal präpariert

08. Februar 2013

Reenhard Kluge werkelt am Skelett eines Zwergwals: 153 Knochen liegen vor ihm. Die muss er noch miteinander verschrauben. Dann ist der Präparator nach Monaten endlich mit seiner Arbeit fertig.

Die Besucher des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum können dann den Wal bestaunen.

Der Zwergwal war im letzten Sommer tot an der Küste Schleswig-Holsteins angeschwemmt worden. Nachdem feststand: Das Skelett dieses Tieres soll ausgestellt werden, begannen die Arbeiten noch vor Ort. Allzu empfindlich darf man dabei nicht sein. Denn wenn man an die Knochen heran möchte - nun ja, dann muss der Rest des Wales weg.

Experten gehen dabei so vor: Als Erstes müssen die Haut und die darunter liegende dicke Fettschicht herunter. So ein Zwergwal ist ein ganz schön großes Tier. Das gefundene Exemplar ist sechseinhalb Meter lang. Präparatoren machen sich deshalb mit langen und superscharfen Messern ans Werk.

Dann muss das Fleisch des Tieres so gut wie möglich von den Knochen entfernt werden. Ist das erledigt, wird der Wal zu einem Präparator gebracht. Der Wal ist dann schon in größere Stücke zerlegt. Beim Präparator beginnt dann der wohl müffeligste Teil der Arbeit: Die Knochen werden in großen Behältern ausgekocht. Und das stinkt! Durch das Kochen wird das Fett gelöst, das in den Knochen steckt. Damit es herauslaufen kann, werden die Knochen angebohrt. Natürlich am besten an einer Stelle, die man hinterher nicht sieht.

Die Knochen köcheln mehrere Wochen vor sich hin, und zwar bei genau der richtigen Temperatur. Bakterien nagen dabei noch die kleinsten Fleischreste von den Knochen ab. Wenn die Knochen schließlich sauber sind, kann das Skelett wieder zusammengebaut werden. Jeder Knochen muss an den richtigen Platz. Damit der Wal am Ende - zum Beispiel wie im Nationalpark-Zentrum - unter der Decke schweben kann.

dpa.

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