Begeistert von den surrenden Insekten

„Honig - das Produkt der Natur“: Das ist die Aufschrift, die das Hoftor Petra Van Slouns, der Ersten Vorsitzenden des Kreisimkervereins (KIV) Alzey, ziert. Zu Recht ist dem Honig dieser Titel zuzuschreiben, denn er ist ein faszinierender Stoff. Rund 60 000 Ausflüge, in denen die Bienen etwa drei bis fünf Millionen Blüten anfliegen, sind nötig, um den Nektar für ein Kilogramm Honig zu sammeln. Allein dieser Fakt zeigt, welche Arbeit die „fleißigen Bienchen“ Jahr für Jahr leisten. Das nächste Honigbrot sollte also mit besonderem Genuss verzehrt werden.

Petra Van Sloun ist dem KIV 2006 beigetreten. Doch Faszination für die Insekten verspürte sie schon Jahre zuvor. „Das Bienenvolk agiert ganz besonders. Tausende Bienen leben zusammen, sind aufeinander angewiesen und treffen alle Entscheidungen nicht für die einzelne Biene, sondern für das ganze Volk“, erzählt Van Sloun begeistert. 2008 übernahm die aktive Imkerin den Vorsitz des Vereins, kann aber auch heute noch, nach sechs Jahren Erfahrung behaupten, dass „es jeden Tag etwas Neues zu lernen gibt“.

Neben Petra Van Sloun wurde bei 50 weiteren Naturfreunden das Interesse an den summenden Insekten geweckt. Ein Teil des Vereins besteht aus aktiven Imkern, ein anderer aus Fördermitgliedern oder Bienenliebhabern, die einfach nur Spaß an allem Rund um die Imkerei haben. Die Gruppe trifft sich alle sechs Wochen. Im Sommer in der „Alten Post“ in Alzey, im Winter in der Gutsschenke Stock. Während jedes Treffens wird im geselligen Beisammensein ein aktuelles Thema behandelt. Hierzu werden Referenten eingeladen oder ein Mitglied ergreift das Wort und informiert die Gruppe. „Am wichtigsten ist der Austausch. So können Ideen, Erfahrungen und Tipps weitergegeben werden, die wir alle umsetzten können“, freut sich die Erste Vorsitzende. In den Versammlungen sei jeder willkommen, der Fragen hat oder sogar Jungimker werden will. „Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite“, versichert Van Sloun.

Asiatische Milbe ist Gefahr

Zur Grundausstattung eines jeden Imkers gehört zum Beispiel der Smoker, um Bienen zu besänftigen, eine Gänsefeder, um die Honigproduzenten zu säubern, unter anderem ein Schutzanzug, ein Wabenheber, Entdecklungsgeschirr, eine Schleuder und vieles mehr. Die Ausrüstung ist in der Praxis nötig - was jedoch für Biene und die ganze Imkerei von großer Bedeutung ist, ist ein zuverlässiger Imker. In jedem Jahr werden die Bienenvölker von der asiatischen Varroamilbe befallen. Diese stellt eine große Gefahr für die Gesundheit jeder Biene dar und muss bekämpft werden. So muss in regelmäßigen Abständen Ameisensäure verdampft werden, sodass der Befall abnimmt.

Was Frau van Sloun bedauert, ist, dass die Bestäubungsleistung der Bienen in der Gesellschaft außer Acht gelassen wird. „Honig können wir importieren, die Bestäubungsleistung aber nicht.“ Dieser aussagekräftige Slogan steht in dem Deckel jedes Honigglases Petra Van Slouns. Laut deutschem Imkerverbund hängen rund 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge in Deutschland von der Bestäubung der Honigbienen ab. Das sollte hellhörig machen. Was sich jedes Mitglied des Vereins erhofft, ist, dass für die Insekten eine Lebensraumverbesserung stattfindet. „Das Naturbewusstsein der Menschen hat sich in die falsche Richtung entwickelt. Was wir brauchen, ist wild und bunt!“ Denn eine intensive Landnutzung beeinflusst die Lebensbedingungen der Bienen. Mehr Pflanzen am Wegesrand - das ist es, was sich der Verein wünscht.

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