Zu wenig Stroh - schlechte Zeiten für Reiterhöfe

19. Oktober 2011

Trocken, gelb und hart: So sieht Stroh aus. Pferdehaltern in Norddeutschland bereitet der Gedanke an die piksigen Halme gerade Sorgen. Es gibt nämlich nicht genug davon. Stroh fällt bei der Ernte von Getreide an. Doch in diesem Jahr war etwa die Weizenernte sehr schlecht. Das Stroh war oft zu nass.

Die Preise für Stroh sind schon stark gestiegen. Normalerweise koste ein Ballen in Norddeutschland 30 Euro, nun seien es 80 bis 100 Euro, sagt ein Experte. Besonders blöd ist das für Reiterhöfe. Entweder sie müssen sehr teures Stroh kaufen oder sich irgendeinen Ersatz dafür besorgen.

Stroh wird in den Stall eingestreut, aber auch an die Pferde verfüttert. Als Boden-Unterlage wird nun oft Späne als Ersatz genommen. Das klappt meist gut, hat aber auch Nachteile: Wenn das Stroh aus dem Stall geholt wird, nutzen Bauern es oft als Dünger. Späne hingegen eignet sich dafür nicht so gut. Wenn Stroh im Stall liegt, haben die Pferde außerdem etwas zu knabbern. Diese Beschäftigung gibt es bei Späne nicht.

Auch für Stroh als Futter suchen sich die Pferdehalter Ersatz: Heu-Lage zum Beispiel. Genau wie Heu besteht Heu-Lage vor allem aus Gras, ist aber nicht so trocken. Es muss daher sehr schnell verfüttert werden, weil es sonst vergammelt. Für große Reiterhöfe ist das kein Problem, denn sie können einen Ballen in ein bis zwei Tagen verfüttern. Bei kleinen Höfen mit wenigen Pferden geht das allerdings nicht so schnell.

Manche Bauern helfen sich nun untereinander. Seit einigen Wochen gibt es im Internet zum Beispiel eine Futter-Börse. Dort können Bauern in Norddeutschland, die etwa selbst zu viel Stroh haben, es an andere Bauern und Pferdehalter verkaufen.

dpa.

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