Sport, Sport, Sport - Was spricht dafür, was dagegen

17. Januar 2012

Gewinnen, Medaillen bekommen, in der Zeitung stehen - so etwas erleben junge Leistungssportler. Wie die, die gerade bei den Olympischen Jugend-Winterspielen dabei sind. Das sind wichtige Wettbewerbe mit Jugendlichen aus der ganzen Welt.

Ein erfolgreicher Sportler zu sein, klingt toll. Aber: Es gibt auch Sachen, die daran nerven. Was für und was gegen Leistungssport spricht - das erklärt Expertin Jeannine Ohlert. Sie ist Sportpsychologin und arbeitet an einer Universität, der Deutschen Sporthochschule Köln.

DAFÜR:

- Man findet häufig gute Freunde im Sport. Mit denen verbringt man sehr viel Zeit, etwa weil man zusammen trainiert.

- Wer sportlich ist, ist oft bei seinen Mitschülern beliebt. Viele wollen einen zum Beispiel in der Mannschaft haben - im Sportunterricht oder wenn auf dem Schulhof gespielt wird.

- «Man lernt, sich auf eine Sache zu konzentrieren», sagt die Expertin. Das hilft unter anderem auch, wenn man eine Arbeit schreibt - oder beim Zuhören im Unterricht.

- Niederlagen sind bitter. Aber Sportler lernen, damit umzugehen. So verkraftet man vielleicht auch andere blöde Sachen besser - wie einen Test, den man verhauen hat.

- Sportler reisen viel herum, weil sie an Wettkämpfen in anderen Städten oder Ländern teilnehmen. «Das kann spannend sein», sagt Jeannine Ohlert.

- Erfolge machen einen selbstbewusst. Denn: «Ich weiß, ich kann etwas besser als andere», erklärt die Expertin.

DAGEGEN:

- Keine Zeit: «Neben Training und Schule bleibt nicht viel Zeit für Freunde und Freizeit. Man hat keine Zeit zu spielen oder sich vor den Computer zu setzen», sagt die Fachfrau. Auch die Wettkämpfe sorgen für Stress: Freie Wochenenden sind eher die große Ausnahme.

- Die Freunde kommen manchmal nur vom Sport. Andere vergrätzt man vielleicht. Denn man hat kaum Zeit, mit ihnen etwas zu unternehmen.

- Wenig Zeit für die Schule. «Es kann sein, dass man schlechter wird in der Schule», sagt Jeannine Ohlert. Statt zu pauken, ist man auf dem Trainingsplatz. Oder man muss viel allein nachholen.

- Sportler stehen ständig unter Druck zu gewinnen oder besser zu werden. Schließlich will man es den Trainern und Eltern recht machen. Es frustriert, falls es mit dem Gewinnen nicht klappt.

- Manche Sportler wachsen im Internat auf. Weit weg von der Familie. «Und wenn ich Pech habe, sehen mich die anderen als Konkurrentin und mobben mich», sagt die Fachfrau.

dpa.

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