Ruhe und Futter: Ein Paradies für Vögel in der Nordsee

16. Oktober 2012

Die Insel Trischen ist ein Paradies für Vögel. Kein Mensch darf hierher, damit die Vögel ihre Ruhe haben. Und überall gibt es leckere Würmer und Kleinkrebse zu futtern. Wo das Paradies ist? Im Nationalpark Wattenmeer, in der Nähe jener Stelle, wo die Elbe in die Nordsee mündet.

«Wind, Wellen und Vögel - mehr kann man auf der Insel Trischen nicht hören», sagte Moritz Mercker vom Naturschutzbund Deutschland. Der Vogelkundler war gerade sieben Monate auf der Insel. Als Vogelschutzwart hatte er eine spezielle Erlaubnis.

«Die Vögel könnten auch woanders ihr Lager aufschlagen, in Cuxhaven an der Küste zum Beispiel», sagte Moritz Mercker. «Aber Vögel wie die Zwergseeschwalbe brauchen besonders viel Ruhe. Ihnen wäre in Cuxhaven zu viel los.» Manchmal kann sogar ein einziger Mensch auf der Insel die Vögel stören, erzählte Moritz Mercker: «Dann bin ich lieber in der Nähe meiner Hütte geblieben statt über die Insel zu laufen.»

Gerade ist die Brutsaison zu Ende gegangen. Knapp 5000 Vogelpaare haben in diesem Sommer ihre Eier auf Trischen ausgebrütet. Gut die Hälfte der Paare waren Silbermöwen. Die sind leicht zu erkennen: Sie sind rund einen halben Meter groß und haben einen roten Fleck auf ihrem gelben Schnabel.

Auch Vögel mit einem Löffel-artigen Schnabel haben in Trischen ihr Sommerlager. «45 Löffler-Paare haben hier gebrütet», sagte der Vogelschutzwart. Das seien besonders viele. Am Montag kehrte er auf das Festland zurück. Auch die Brutvögel sind mittlerweile abgereist.

Ein paar Vögel überwintern aber auch auf der Vogelinsel. Der Sterntaucher zum Beispiel, sagte Moritz Mercker. Ganz still wird es auf der Vogelinsel Trischen eben doch nicht.

Von Franziska Badenschier, dpa

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