Kanzlerin Merkel fliegt nach China

01. Februar 2012

Als unsere Kanzlerin Frau Merkel am Mittwoch nach China flog, entschwand sie nicht in den Urlaub. Es geht bei so einer Reise um Staats-Dinge - und auch um Geschäfte zwischen Firmen. Denn Deutschland und China sind eng miteinander verbunden: Firmen in beiden Ländern machen Geschäfte miteinander.

Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass die Wirtschaft von China boomt. Das ist ein Ausdruck, den Fachleute wie Margot Schüller verwenden:

«Boom heißt, dass sehr viele Arbeitsplätze in einem Land entstehen», erklärt sie. «Viele Leute können dann arbeiten und verdienen etwas.» Dadurch können sie in besseren Wohnungen wohnen. Manche reisen sogar oder kaufen sich ein Auto. «So war das in den letzten Jahren auch in China», sagt Frau Schüller. Das alles habe auch das Land reicher gemacht. Viele Firmen entstanden dort - und diese zahlen Steuern, also Geld an den Staat. Mit dem Geld kann er zum Beispiel neue Straßen, Brücken oder Krankenhäuser bauen.

Viele Leute schauen heute staunend auf China, denn der Boom kam in recht kurzer Zeit: Vor mehr als 30 Jahren gab es die ersten großen Änderungen in China. «Früher gehörten zum Beispiel die Firmen dem Staat», sagt Frau Schüller. «Die Menschen verdienten deutlich weniger. Es wurden auch nur wenige Waren in andere Länder verkauft. Und nur wenige Firmen aus dem Ausland gingen nach China, um dort Geschäfte zu machen.» Doch dann kamen die Veränderungen. Das Land öffnete sich:

Zum Beispiel durften Auto-Firmen aus dem Ausland nach China kommen. Sie stellten chinesische Arbeiter ein und bildeten sie aus. Ein Vorteil für die Firmen war, dass sie Waren dort billiger herstellen konnten. Denn die Arbeiter verdienten zum Beispiel weniger Geld. Im Laufe der Zeit kamen viele andere Firmen dazu, um etwa Kleidung oder Fernseher dort zusammenbauen zu lassen. Das ist auch heute noch so. Deshalb ist China auch für Firmen aus Deutschland interessant. Außerdem entstanden viele eigene chinesische Firmen. Die gehören nicht mehr dem Staat, sondern einzelnen Leuten.

Und auch die Lage der Bauern im Ackerbau änderte sich: Sie waren nicht mehr gezwungen, alles gemeinsam mit dem Dorf zu bewirtschaften. Sie wurden unabhängig, konnten selbst entscheiden und verdienten dadurch mehr. «Das alles gab einen wichtigen Wachstumsschub, so dass es schnell einem großen Teil der Menschen besser ging», erklärt die Expertin.

Also ist heute alles prima in China? Nein. Es geht zwar mehr Menschen besser - aber es gibt immer noch arme Leute. Zum Beispiel verdienen Menschen in Städten viel mehr als Leute auf dem Land. «Und lange Zeit hat man die Umwelt vergessen. Man dachte nur an die Entstehung von Arbeitsplätzen», sagt die Fachfrau. «Da muss man jetzt Schäden beheben.» Zum Beispiel sind Flüsse und die Luft in vielen Regionen extrem verschmutzt.

dpa.

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