Erfolg im Sport macht nicht nur stark

09. Oktober 2011

Sebastian Vettel ist ein Superstar. In dieser Saison zischte er nur so von Sieg zu Sieg. Zum zweiten Mal in Folge hat der 24-Jährige nun den WM-Titel in der Formel 1 gewonnen.

Was an Erfolgen schwierig sein kann, erklärt Kathrin Staufenbiel. Sie ist Expertin in solchen Fragen und arbeitet an der Universität in Münster in Nordrhein-Westfalen.

Wie kann Erfolg einen Sportler verändern?

Kathrin Staufenbiel: «Der Umgang mit Erfolg ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die meisten werden selbstbewusster. Es gibt aber auch Menschen, die nicht selbstbewusster werden. Sie denken, dass der Erfolg nur Zufall war. Und dann gibt es noch einige Menschen, die arrogant werden.»

Was bringt es denn, selbstbewusst zu sein?

Kathrin Staufenbiel: «Selbstbewusstsein bedeutet, dass sich die Person auf sich selbst verlässt. Sie hat keine Angst vor neuen Aufgaben. Erfolg zeigt Menschen, dass sie Aufgaben lösen können.»

Und was heißt, einige werden arrogant?

Kathrin Staufenbiel: «Erfolg birgt die Gefahr, dass man denkt, dass man alles schafft und auch alles alleine kann. Und das ist einfach falsch. Dann schätzt der Sportler sein Team nicht mehr wert, bedankt sich nicht mehr bei seinem Team. Alles muss sich nach ihm richten. Es ist aber wichtig, dass man nicht vergisst, dass viele andere Leute einem geholfen haben, diesen Erfolg zu erreichen.»

Worauf muss man achten, wenn man erfolgreich ist?

Kathrin Staufenbiel: «Es passiert oft, dass Sportler, die erfolgreich sind, nur noch den Sport im Auge haben. Es ist aber wichtig, dass man sich auch noch als Familienmensch sieht und noch Hobbys hat. Denn falls der Erfolg im Sport irgendwann ausbleibt, fällt man sonst sehr tief. Dann ist man traurig und hat keinen Spaß mehr, weil das Wichtigste aus dem Leben nicht mehr da ist.»

Wie schafft man es, dass das nicht passiert?

Kathrin Staufenbiel: «Es ist wichtig, dass man neben dem Sport noch andere Dinge hat, die einem wichtig sind, dass man zum Beispiel Freunde hat, mit denen man auch über andere Sachen redet. Das wird natürlich umso schwerer, je erfolgreicher man ist, weil dann viel Zeit für den Sport draufgeht. Man muss etwa zum Interview, zum Wettkampf und zum Training. Dann ist es wichtig, dass man in der Zeit, die einem noch bleibt, etwas macht, was nicht so viel mit Sport zu tun hat.»

dpa.

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