Eine traurige Rede im Parlament

27. Januar 2012

Bei seiner Rede saß er auf einem Stuhl: Marcel Reich-Ranicki ist ein alter Mann. Bei vielen Menschen ist er vor allem als Experte für Bücher und Gedichte bekannt. Doch der 91-Jährige ist auch ein wichtiger Zeitzeuge. Denn er hat eine grausame Zeit miterlebt: den Nationalsozialismus.

Und darüber erzählte er am Freitag im Bundestag. Vor mehr als 60 Jahren begingen die Nationalsozialisten - kurz Nazis -, die in Deutschland regierten, schreckliche Verbrechen. Sie ermordeten Millionen Menschen. Millionen Männer, Frauen und Kinder starben in speziellen Lagern. Darunter waren vor allem Juden und Menschen vom Volk der Sinti und Roma.

Auch überfiel die deutsche Armee andere Länder, besonders im Osten. Eines davon war Polen, das Land, in dem Marcel Reich-Ranicki geboren wurde. Deshalb war das, was Herr Reich-Ranicki aus seinen Erlebnissen erzählte, sehr traurig. Die Nazis hatten damals einen Teil der Stadt Warschau in Polen einfach abgesperrt - das Warschauer Ghetto. Dort mussten die Juden leben. Auch Marcel Reich-Ranicki und seine Familie hausten dort.

Doch die Nazis beließen es nicht dabei. Sie transportierten Menschen aus dem Ghetto in spezielle Lager, um sie dort umzubringen. Auch die Eltern von Marcel Reich-Ranicki überlebten ein solches Lager nicht.

Nach seiner Rede war es lange still im Bundestag. Die Rede vor dem Parlament hielt der 91-Jährige aus einem besonderen Grund: Am Freitag wurde an all die Menschen gedacht, die die Nazis umgebracht hatten. Denn jedes Jahr am 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

dpa.

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