Die Friesen liebten ihre Freiheit

31. Mai 2015

Könige, Grafen oder Fürsten - fast überall hatten solche Adelsmänner hierzulande vor einigen Hundert Jahren die Macht. Andere Menschen waren ihre Untertanen. In einem kleinen Gebiet oben im Norden Deutschlands aber war das anders. In Ostfriesland galt die «Friesische Freiheit».

«Das ist eine Besonderheit in der Geschichte Ostfrieslands», sagt der Fachmann Rolf Bärenfänger. «Es gab lange keinen Landesherren, der über die Menschen bestimmte.» 

Die Ostfriesen lebten nach der Regel: Jeder hat die gleichen Rechte. Die Leute trafen sich regelmäßig, um einen Richter zu wählen, der dann auch ihr Anführer war. Das konnte immer wieder ein anderer sein. Viele Jahre klappte dieses Miteinander.

Aber dann machten mehrere Sturmfluten, Hungersnöte und Krankheiten den Menschen das Leben schwer. Sie konnten sich kaum um Wahlen kümmern.

«Gleichzeitig wurden einige Anführer immer mächtiger», sagt Experte Hajo von Lengen. Sie wurden Häuptlinge genannt und übernahmen das Sagen.

Die einfachen Leute mussten im Winter zum Beispiel den Burgraben der Häuptlinge vom Eis befreien, bei der Heuernte helfen oder bei Kriegen mitkämpfen. Hajo von Lengen erzählt: «Im Gegenzug bekamen sie von den Häuptlingen Schutz.»

dpa.

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