Zusammen schauen

14. Juni 2021

Elektro-Geschäfte werben für neue Fernseher. Und manche Restaurants stellen extra Bildschirme auf. Denn wenn die Fußball-Nationalmannschaft bei einem großen Turnier wie der Europameisterschaft antritt, wollen meist viele Menschen zusehen.

Die meisten Veranstaltungen zum gemeinsamen Gucken fallen in diesem Jahr wegen Corona zwar aus. Stattdessen werden sich aber wohl viele Menschen die Spiele mit Freunden oder der Familie anschauen. Das macht Spaß, weiß die Forscherin Christiana Schallhorn von der Universität in Mainz. «Sich Fußball im Fernsehen anzusehen, ist so spannend, weil es live übertragen wird», erklärt sie. «Man fiebert automatisch mit und fragt sich: Wer gewinnt?»

Bei einer EM sind außerdem fast alle für die gleiche Mannschaft, nämlich Deutschland. Das verbindet mehr, als wenn verschiedene Vereine gegeneinander spielen. Hinzu kommt die Art und Weise, wie die Fernsehsender die Spiele präsentieren. «Es gibt viele verschiedene Kameras, die alles ganz genau zeigen», sagt Christiana Schallhorn. «Mal sind wir ganz nah dran oder wir können uns Szenen in Zeitlupe ansehen.»

Manche Menschen wollen sich die Spiele in Ruhe ansehen und sich voll konzentrieren. Andere finden es toll, in Gruppen zu schauen und sich auszutauschen. «Für diese Menschen ist das gemeinsame Gucken wie eine Art Klebstoff für die Gruppe, es schweißt alle zusammen», sagt Frau Schallhorn. Manche schminken sich in den Farben der deutschen Flagge oder sie ziehen Trikots an.

Auch Menschen, die sich sonst kaum für Fußball interessieren, lassen sich von der Stimmung in der Gruppe oft anstecken. Fallen nun aber viele der großen Veranstaltungen aus, haben sie auch weniger Lust auf Fußball, sagt Christiana Schallhorn.

«Die Stimmung wird stark davon abhängen, wie gut die Leistung des deutschen Teams ist», meint die Forscherin. «Wenn es gut läuft, kann uns der Fußball auch mal eine Zeit lang von den Corona-Themen ablenken», meint sie. Das könnte dann viele Menschen mitziehen und für gute Laune sorgen. «Hoffen wir also, dass unsere Mannschaft weit kommt.»

dpa.

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