Wenn die Hände Augen und Ohren ersetzen

03. Juni 2019

Jedes Kind kennt die Regel: Wer über eine Straße gehen will, muss gucken, ob ein Auto kommt. Sieht man keins, kann man über die Straße gehen. Für Lucas funktioniert das so nicht. Er kann nicht sehen und auch nicht hören.

Seit seiner Geburt ist Lucas taubblind. Er nutzt seinen Körper als Maßeinheit. Auch sein Blindenstock hilft ihm. Lucas misst alles aus. Wenn er zum Beispiel ein Gefühl für die Größe eines Raums kriegen will, zählt er die Schritte von Wand zu Wand. Mit seinem Stock berechnet er außerdem, wie hoch die Decke ist.

Den Weg zur Schule kennt der Neunjährige auswendig, sein Gedächtnis ersetzt seine Augen. Die einzelnen Klassenzimmer seiner Lehrer erkennt er an ertastbaren Holzsymbolen an den Türen.

In besonders kniffeligen Situationen bekommt Lucas Hilfe von seiner Erzieherin Stefanie Tröster. Sie geht dann hinter ihm her und hält ihn sanft an beiden Armen. Nach ein paar Schritten löst Lucas sich und geht allein weiter. Seine Hände sind dabei seine wichtigsten Hilfsmittel. Mit ihnen tastet er sich durch den Alltag.

dpa.

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