Warum Banken Geld einfrieren

18. März 2013

Geld einfrieren - wer macht denn so was? Die Banken in der Republik Zypern haben genau das gerade getan. Das Land liegt auf der Insel Zypern im Mittelmeer.

Die Banken dort packten aber kein Geld in die Tiefkühltruhe. Mit
Geld einfrieren ist etwas anderes gemeint.


«Das bedeutet, dass man sein Geld nicht von der Bank abholen darf», erklärt der Bank-Experte Martin Faust. Kunden können dann nicht all ihr Geld von ihrem Bank-Konto abheben - weder am Automaten noch am Bank-Schalter. «Und man kann auch kein Geld vom Konto überweisen. Etwa, um Rechnungen zu bezahlen.»

Das Ganze klingt erst mal ziemlich ungerecht. Schließlich gehört den Bank-Kunden das Geld auf ihrem Konto. Eine Bank friert Geld aber nicht zum Spaß ein. «Banken machen das, wenn plötzlich alle Bank-Kunden ihr Geld vom Konto abheben wollen», erklärt der Experte. Das passiert, wenn die Leute Angst um ihr Geld haben. Und das ist in Zypern der Fall.

Dort ist geplant, dass Bank-Kunden einen Teil ihres Ersparten abgeben müssen. Deshalb wurde von den Banken Geld einbehalten. Das sei ein Schritt, um das Land vor der Pleite zu retten, sagen Fachleute. Zypern hat Geldprobleme. Aber die Menschen wollen nicht, dass man ihnen plötzlich Geld wegnimmt. Damit sie nicht ihr ganzes Geld abheben und nach Hause schleppen, froren die Banken Geld ein.

Die Banken bekämen auch Probleme, wenn plötzlich alle Kunden auf einmal ihr Geld abholen würden. «Denn eine Bank hat nicht all das Geld ihrer Kunden im Tresor gelagert», sagt Martin Faust. Einen großen Teil des Geldes hat sie zum Beispiel verliehen. Etwa an Leute, die sich ein Haus oder ein Auto gekauft haben. «Die Banken könnten alles Geld also gar nicht auszahlen.» Ohne Geld könnten Banken außerdem nicht mehr arbeiten - etwa Geld verleihen.

dpa.

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