Schnelle Züge werden ferngesteuert

25. Juli 2013

Auf der Autobahn kann ein Autofahrer selbst bestimmen, wie schnell er fahren möchte: Er kann langsam fahren, wenn ihm danach ist. Oder er kann ordentlich Gas geben, wenn die Straße frei ist. Zumindest solange kein Verkehrsschild etwas anderes sagt. Bei unseren Zügen ist das ganz anders.

Ein Lokführer muss sich genau an einen Fahrplan halten. Darin ist festgelegt, wie schnell ein Zug wo fahren darf. Über Brücken, vor Bahnhöfen, an Baustellen oder auf Strecken mit vielen Kurven muss ein Zug zum Beispiel langsamer fahren als auf freien Geradeaus-Strecken.

Ohne diesen Fahrplan darf ein Zug den Bahnhof gar nicht erst verlassen. Hat der Lokführer den Fahrplan erhalten, muss er noch auf das richtige Signal warten. Auf «Grün» sozusagen. Dieses Signal gibt ein Fahrdienst-Leiter. Der ist so etwas wie der Fluglotse am Flughafen. Er sitzt in einem Kontroll-Zentrum und prüft unter anderem, ob die Strecke frei ist.

Während der Fahrt wird der Zug auch technisch überwacht. Und zwar mit einem Zug-Beeinflussungs-System. Das misst beispielsweise vor Signalen, ob ein Zug mit der vorgegebenen Geschwindigkeit fährt. Wenn nicht, kann das System den Zug notfalls abbremsen und sogar zum Halten bringen.

Bei Zügen, die nicht schneller als 160 Kilometer in der Stunde fahren, wird die Geschwindigkeit an einzelnen Stellen der Strecke geprüft. Die schnelleren Züge werden sogar durchgehend auf der gesamten Strecke überwacht. Diese Züge fahren sozusagen ferngesteuert. Der Lokführer muss gar nicht mehr viel machen.

Allerdings muss er alle 30 Sekunden eine Taste bedienen. So weiß das System, dass er nicht vielleicht eingeschlafen oder ohnmächtig geworden ist. Denn richtig ohne Lokführer soll ein Zug nicht durch die Gegend rasen.

dpa.

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