Langer Streit, neue Regeln

15. Oktober 2020

Schon vor dem Treffen gab es Streit. Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Chefs und Chefinnen der 16 deutschen Bundesländer waren sich uneinig: Wie kann man die Ausbreitung des Coronavirus am besten bremsen? Trotzdem kamen bei dem Treffen am Mittwoch Ergebnisse heraus. Wir erklären, welche das sind und wie es in Deutschland weitergehen könnte.

Was haben die Politiker und Politikerinnen vereinbart?

Ab jetzt ist es so: Wenn sich innerhalb von sieben Tagen in einer Region von 100 000 Menschen mehr als 35 Leute neu anstecken, dann gelten strengere Regeln. Das betrifft unter anderem die Maskenpflicht und die Zahl der Gäste bei Feiern, also etwa auf Geburtstagen.

Konnten die Politiker sich bei allen Streitthemen einigen?

Nein. Viele Menschen hatten gehofft, dass die Politiker sich auf gemeinsame Regeln für Urlauber einigen. Denn es gibt unterschiedliche Regeln, ob und wann Bundesländer Urlauber aufnehmen, die aus Regionen mit vielen Infizierten kommen. Das sorgt für Chaos. Doch das bleibt erstmal so. Mindestens bis zum 8. November wird jedes Bundesland wohl eigene Regeln aufstellen. Dann soll nochmal darüber gesprochen werden.

Es stecken sich gerade so viele Menschen neu an. Reichen die Regeln?

In Deutschland ist die Zahl der Infizierten so hoch wie noch nie. Das meldeten Fachleute am Donnerstag. Allerdings sagen sie auch: Wir testen gerade viel mehr Leute auf das Virus als im Frühling. Deshalb sei es nicht ungewöhnlich, mehr Ansteckungen zu entdecken. Ob die neuen Ideen der Politiker das Virus bremsen, wird man erst in ungefähr zwei Wochen sagen können. Denn wenn Menschen sich anstecken, dauert es oft bis zu 14 Tage, bis sie sich krank fühlen und getestet werden. Erst dann kann man sie überhaupt mitzählen.

Im Frühjahr mussten etwa Schulen und die meisten Geschäfte schließen, es kam zum Lockdown (gesprochen: lockdaun). Passiert das wieder, wenn die Zahlen weiter steigen?

Der Chef des Bundeslandes Bayern meint: «Wir sind dem zweiten Lockdown eigentlich viel näher, als wir das wahrhaben wollen.» Mut machte der Gesundheitsminister. Er meint: Ein zweiter Lockdown werde nicht nötig, wenn alle Menschen sich an die Schutzmaßnahmen halten. «Wir haben es selbst in der Hand, diese Entwicklung zu stoppen.»

dpa.

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