Hilfe aus der Luft: Flugzeuge werfen im Südsudan Lebensmittel ab

23. April 2017

Der Deutsche Sebastian Hecker hilft den hungrigen Menschen im Südsudan. Er arbeitet für die Welthungerhilfe. Sebastian ist dafür zuständig, dass Getreide und andere Nahrungsmittel verteilt werden.

Doch im Südsudan gibt es einen Bürgerkrieg. Menschen, die die Regierung unterstützen bekämpfen Menschen, die gegen die Regierung sind. In einem Gebiet müssen Hilfsgüter deswegen mit Hubschraubern oder Frachtflugzeugen geliefert werden. Sonst wäre es zu gefährlich. Wir haben mit Sebastian darüber gesprochen.

Wieso brauchen die Menschen im Südsudan eigentlich Hilfe?

Sebastian Hecker: «Im Jahr 2013 ist hier ein Konflikt ausgebrochen. Durch die Kämpfe sind viele Menschen vertrieben worden. Sie können also nicht mehr Landwirtschaft betreiben wie vorher. Deswegen fehlt es ihnen an Essen. Bis sie wieder nach Hause zurückgehen können, brauchen sie Unterstützung. Die Welthungerhilfe zum Beispiel gibt Menschen wichtige Nahrungsmitteln, etwa Hirse, Bohnen oder Speiseöl.»

Die Hilfsgüter werden mit dem Hubschrauber oder mit dem Flugzeug geliefert, weil es mit Lastern zu gefährlich wäre. Die Lieferungen werden zum Beispiel aus der Luft abgeworfen. Wie funktioniert das?

Sebastian Hecker: «Am Tag der Lieferung gibt es einen Kollegen, der dafür sorgen muss, dass die Abwurfzone frei ist. Das ist in der Regel ein freies Feld, wo man gute Sicht und viel Platz hat. Aber natürlich muss man vor dem Abwurf kontrollieren, dass keine Menschen oder Tiere wie Ziegen oder Kühe dort sind. Aus der Ladeklappe heraus wirft das große Frachtflugzeug dann zum Beispiel auf einmal 60 Säcke mit jeweils 50 Kilogramm Hirse ab, einer Getreideart. Um die ganze Ladung loszuwerden, muss der Flieger in einer Höhe von 100 bis 200 Meter drei Mal übers Feld fliegen und abwerfen. Speiseöl ist empfindlicher. Da werden Pakete sogar mit Fallschirmen abgeworfen, damit die Büchsen beim Aufprall nicht platzen.»

Wie lebt man im Südsudan als Helfer?

Sebastian Hecker: «Wir haben hier ein kleines Camp mit mehreren Zelten, wo wir unter sehr einfachen Verhältnissen leben. Unser Wasser muss jeden Tag aus einem Brunnen im Dorf geschöpft werden. Wenn wir mal was Ausgefallenes zum Essen haben wollen wie Fisch oder Hühnchen, dann müssen wir im Dorf ein lebendiges Huhn kaufen. Das wird dann abends geschlachtet und gekocht. Und Strom gibt es nur, wenn der Generator läuft. Das ist nicht so wie zu Hause in Deutschland, wo der Strom einfach aus der Steckdose kommt. Fürs Duschen haben wir einen Eimer Wasser. Daraus kann man das Wasser mit einer Tasse oder einer Kelle schöpfen und sich waschen. Die Klos sind Plumpsklos, da wird hier einfach ein Loch in der Erde gebuddelt.»

dpa.

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