Grün ist sinnvoller als Grau

21. Juni 2022

Staus entstehen in Städten ständig. Nicht nur im Verkehr. Auch Hitzestaus bilden sich an sonnigen, warmen Tagen. All die Häuser, Straßen und Plätze heizen sich stark auf und speichern die Wärme. Hinzu kommt, dass die hohen Gebäude verhindern, dass sich die Stadtluft gut mit der Landluft austauschen kann. Die Temperaturen zwischen Stadt und Land können bis zu zehn Grad Celsius unterscheiden! Doch man kann etwas tun, damit sich Städte weniger aufheizen.

Bäume: Mehr Bäume anpflanzen hilft total, auch Sträucher und Gras sind sinnvoll. „Je höher die Vegetation, desto größer der Effekt“, sagt Stefan Petzold vom Naturschutzbund Nabu. „Aber Grün ist immer sinnvoller als grau.“ Denn wo etwas Grünes wächst, kann sich der Boden nicht so stark aufheizen. Außerdem verdunsten die Pflanzen Wasser, wodurch die Temperatur der Luft sinkt.

Fassaden: Egal ob Efeu, Wilder Wein oder Blauregen - Pflanzen können auch an den Häusern emporwachsen. Weil die Blätter nicht so viel Sonnenwärme aufnehmen wie Beton oder Stein, werden die Gebäude dann nicht so warm. Viele Städte empfehlen begrünte Fassaden als Teil einer sogenannten grünen Architektur.

Dächer: Zur grünen Architektur gehören auch grüne Dächer. Dort wachsen zum Beispiel Moose und verschiedene Sukkulenten gut. Auf dickeren Schichten fühlen sich auch Gräser und Stauden wohl. Einige Beispiele zeigen: Sogar Bäume können auf Dächern gepflanzt werden! Begrünte Dächer speichern zusätzlich Regenwasser gut, das dann langsam verdunstet. So wird die Umgebung weiter gekühlt.

Holzbau: Statt immer mit Beton und Stahl zu bauen, nutzen einige Leute auch Holz. Professor Jürgen Kropp vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erklärt, dass Holz isoliert. Es gibt die aufgenommene Wärme nicht so stark an die Innenräume ab. Im Haus bleibt es also kühler.

Gärten: Beton, Schotter und Steine sind in Gärten gerade ziemlich angesagt. Aber für das Stadtklima sind sie nicht besonders gut. Wer stattdessen einen naturnahen Garten hat, hilft dem Klima in der Stadt. „Viele kleine Grünflächen bringen auch etwas“, sagt Stefan Petzold. Und auch Schmetterlinge, Hummeln und Vögel freuen sich darüber.

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dpa.

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