Ethik: Selbst überlegen, was richtig ist

16. April 2014

Da hat ein Mädchen aus der Klasse einem Jungen einen Stift weggenommen. Klingt erst mal fies. Aber der Junge hat damit wild in den Heften der Klassenkameraden herumgemalt.

War es also doch richtig, ihm den Stift zu klauen? Über solche Dinge zu urteilen, ist manchmal nicht so einfach. Wie so etwas besser gelingt, lernt man auch im
Ethik-Unterricht.


Ethik-Unterricht können Schüler in manchen Bundesländern anstelle des Religions-Unterrichts wählen. Am Mittwoch hat auch ein Gericht über das Thema gesprochen. Doch was macht man im Ethik-Unterricht überhaupt? «Schüler sollen dabei lernen, selbst zu entscheiden, wie sie handeln», sagt eine Expertin. Das klappt zum Beispiel so:

Der Lehrer zeigt im Unterricht einen Film. Darin belügt ein Junge einen anderen. «Danach überlegen alle gemeinsam: Wie könnte die Geschichte weitergehen?», erklärt die Expertin. Die Schüler schreiben dann zum Beispiel auf, dass der eine Junge wegen der Lüge traurig ist. Oder wie sich die beiden daraufhin streiten.

Damit man die Geschichte gut weiterschreiben kann, müssen die Schüler sich in beide Jungen hineinversetzen: Warum ist einer über eine Lüge traurig? Aus welchen Gründen lügt jemand? «So lernen die Schüler, Gefühle von Menschen zu erkennen und zu beschreiben, und Gründe für ihr Handeln zu finden», sagt die Expertin.

Die Lehrer zeigen dabei aber nicht nur Filme. «Manchmal zeigen sie auch Bilder, lesen Gedichte oder die Schüler befragen sich gegenseitig», sagt die Fachfrau. Die Schüler müssen dabei viel nachdenken - manche finden Ethik-Unterricht darum echt anstrengend.

dpa.

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