Ein Arzt muss schweigen

31. März 2015

Jemand erzählt etwas weiter, was man ihm im Vertrauen gesagt hat - das ist ziemlich fies. Danach vertraut man demjenigen nicht mehr richtig. Und erzählt ihm vielleicht manches nicht mehr.

Wenn jemand zum Arzt geht, sagt er ihm oft auch sehr persönliche Sachen. Für den Patienten ist es wichtig zu wissen, dass keiner diese Dinge erfährt. Weil sie niemanden etwas angehen. Deshalb ist ein Arzt verpflichtet, nichts über den Patienten weiterzuerzählen. Experten nennen das die ärztliche Schweigepflicht. Sie gilt sogar noch nach dem Tod eines Menschen.

Gerade diskutieren einige Leute über diese Schweigepflicht. Denn: In unserem Nachbarland Frankreich sind bei einem Flugzeug-Unglück viele Menschen gestorben. Vermutlich hat der Pilot das Flugzeug absichtlich abstürzen lassen. Er soll krank gewesen sein. Das wusste aber fast niemand. Er hatte wohl nur mit seinem Arzt oder Ärzten darüber gesprochen.

Deshalb denken einige Politiker, dass ein Arzt in so einem Fall den Arbeitgeber informieren dürfen sollte. Bislang darf der Arzt das wegen seiner Schweigepflicht nicht. Ausnahmen gibt es allerdings schon: wenn ein Arzt von seinem Patienten erfährt, dass dieser ein schweres Verbrechen plant. Oder wenn er merkt, dass der Patient anderweitig für andere Menschen sehr gefährlich sein könnte.

Die Ärzte in Deutschland finden, dass diese Ausnahmen reichen. «Es ist sehr wichtig, dass ein Mensch seinem Arzt vertraut», sagt ein Sprecher eines Ärzte-Vereins. «Wenn ihm bewusst ist, dass der Arzt persönliche Dinge weitergeben kann - dann geht er vielleicht erst gar nicht hin.» Das wäre schlecht. Schließlich soll kranken Menschen geholfen werden.

dpa.

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