Arved kann über sein eigenes Lachen lachen

29. Januar 2017

Würdest du für immer alle Wetten gewinnen wollen, wenn du dafür nie wieder lachen könntest? Vor dieser Frage steht ein Junge im neuen Film «Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen». Am Donnerstag kommt der Film ins Kino. Timm Thaler gibt sein Lachen an den teuflischen Baron Lefuet ab. Bald merkt er, dass es die falsche Entscheidung war. Der Schauspieler Arved Friese spielt die Hauptrolle im Film. Wir haben mit dem 14-Jährigen darüber gesprochen, wie wichtig Lachen für ihn ist und wie man das im Film überzeugend rüberbringt.

Timm Thaler verliert im Film sein Lachen, und du musstest die meiste Zeit ernst gucken. Ist das schwierig?

Arved: «Es geht. Ich habe mich sehr auf meine Rolle konzentriert und die Atmosphäre aufgenommen. Wenn es im Film eine traurige Situation ist, dann ist einem auch nicht nach Lachen.»

Ist es auch vorgekommen, dass du trotzdem einfach in Lachen ausgebrochen bist?

Arved: «Natürlich. Man kann sich ja nicht acht Stunden am Tag konzentrieren, auch wenn zwischendurch Pausen sind. Ohne ein paar Lacher in einer Szene wäre es auch nicht so eine gute Stimmung am Drehort. Dann kann auch jemand anderes mitlachen, das ist ja auch etwas Gutes - so lange es nicht zu oft passiert.»

Wenn man für ein Foto lachen soll, kommt einem das manchmal komisch vor. Wie hast du es geschafft, im Film so zu lachen, dass es echt wirkt?

Arved: «Manchmal, wenn ich lachen soll, mache ich mir Gedanken darüber, wie ich jetzt gerade lache, und dann muss ich erst recht lachen. Ich kann über mein eigenes Lachen lachen. Und dann ist es auch natürlich. Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch. Das heißt, ich muss auch oft über Sachen lachen. Das verkneife ich mir meistens auch nicht.»

Kannst du dann verstehen, warum Timm im Film die Wette mit Baron Lefuet annimmt und sein Lachen weggibt?

Arved: «In gewisser Hinsicht kann man es schon verstehen. Timms Vater war gestorben, und eigentlich gab es nichts mehr zu lachen. Und da Timm ja in ärmlichen Verhältnissen lebt, kommt ihm das nur zugunsten - er würde alle Wetten gewinnen und viel Geld bekommen. In diesem Moment hat er sich nicht so viel dabei gedacht und ist einfach darauf eingegangen.»

Später will er das Lachen aber zurückbekommen. Wie erkennt er das?

Arved: «Das erkennt er spätestens dann, wenn er in der Schule mit den Murmeln wettet und immer gewinnt. Da merkt er: Keiner will mehr etwas mit ihm zu tun haben. Das war der Moment, wo er gemerkt hat, dass es nicht gut war, dass sein Lachen weg ist. Die Moral von der Geschichte ist, dass man nichts von seiner Seele weggeben sollte, dass man fröhlich bleiben sollte und nicht griesgrämig.»

Interview: Kim Alexander Zickenheiner, dpa

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