American-Football: In den Sport verliebt

01. Februar 2019

Atlanta (dpa) - American Football sieht häufig ziemlich ruppig aus. Die Spieler versuchen, den Ball auf dem Spielfeld in die Zone des Gegners zu bringen. Dabei wird viel gelaufen, gerempelt und zu Boden gerissen. Für Sebastian Vollmer geht es vor allem um den Zusammenhalt im Team. Der Deutsche hat den Sport jahrelang in den USA als Profi gespielt. Zweimal gewann er mit seiner damaligen Mannschaft sogar das berühmte Finale: den Super Bowl. Wir haben mit ihm über American Football gesprochen.

Wie bist du zum Football gekommen?

Sebastian Vollmer: «Ich war Schwimmer, war Fußballspieler und wollte dann was anderes machen. Im Alter von 16, 17 Jahren hat mich ein Freund vom Gymnasium gefragt, ob ich nicht mal Football ausprobieren möchte. Wir sind zusammen zu den Düsseldorf Panthern gefahren, ich habe mich sofort in den Sport verliebt. Ich war von meiner Größe und Statur sehr gut geeignet und bin dabei geblieben. Dann ging es relativ steil bergauf für mich. Es war viel Zufall dabei.»

Was macht dir Spaß beim Football?

Sebastian Vollmer: «Es ist ein sehr körperlicher und harter Sport. Es ist für mich der absolute Mannschaftssport mit Teamgeist. Elf Leute stehen pro Mannschaft gleichzeitig auf dem Feld – wenn zehn das Richtige machen und nur einer das Falsche, ist der ganze Spielzug dahin und alle werden bestraft. Man arbeitet das ganze Jahr darauf hin, das absolute Mannschaftsgefühl zu erreichen. Wenn man gewinnt und die Super-Bowl-Trophäe in der Hand hält, weiß man, dass sich der ganze Schweiß gelohnt hat.»

Wie würdest du die Regeln erklären?

Sebastian Vollmer: «Das ist ganz schwierig, Football hat ein ganz dickes Regelbuch. Es geht darum, dass elf Spieler im Angriff durch Pässe oder Laufen an die gegnerische Endzone kommen. Auf der anderen Seite versuchen elf Defensivspieler, das zu verhindern.»

Warum habt ihr so schwarze Streifen unter den Augen?

Sebastian Vollmer: «Der offizielle Grund ist, dass die Spieler angeblich besser gucken können. Durch die Streifen soll der Schweiß im Gesicht nicht das Sonnenlicht und das Flutlicht in die Augen spiegeln. Der wahre Grund ist, weil die Spieler denken, dass es gut aussieht.»

Wie ist die Stimmung bei einem Footballspiel in den USA?

Sebastian Vollmer: «Es ist absolut der Wahnsinn. Laut, friedlich, einfach nur schön. Es ist anders als beim Fußball. Die Fans kommen mit ihren Autos schon Stunden vor dem Spiel am Stadion an und grillen und trinken auf dem Parkplatz. Es ist einfach ein schöner Sonntagnachmittag, den man mit Fans und Freunden verbringt.»



Interview: Florian Lütticke, dpa

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